KRANKHEITSBILDER UND SYMPTOME

 

Wenn die Seele den Körper erkranken lässt

Der Grundgedanke der Psychosomatik versteht den Patienten als ganzen Menschen. Das Verständnis, dass Körper, Seele und Geist untrennbar miteinander verbunden sind und sich in ständiger wechselseitiger Information miteinander befinden. Was den Körper befällt, befällt auch die Seele und was die Seele befällt, befällt auch den Körper. Körperliche Erkrankungen sind fühl- und sichtbar und werden auch durch schmerzhafte Reaktionen wahrgenommen, die entsprechende Bedürfnisse von Schonung und Heilung hervorrufen.

Seelische Erkrankungen hingegen bleiben eher unbemerkt, sind leise, schmerzlos und werden schnell als normale Gemütsschwankungen beiseite gelegt. Ein Interesse zu beobachten, was sich im Inneren bewegt, kann nicht erfolgen. Das eigene Fühlen, die Emotionen und die Handlungen werden nicht wirklich wahrgenommen. Ein notwendiges Verständnis zu den eigenen seelischen Vorgängen bleibt aus. Liebe und Achtsamkeit zu sich selbst wäre gefordert, sich selbst Zeit geben, still zu werden, Mittelpunkt der eigenen Wahrnehmung sein und sich näher kommen. Die meisten Menschen glauben jedoch, keine Zeit zu haben, da schließt sich der Kreis.

Jeder trägt Erlebnisse, Erfahrungen und Lernprozesse von Eltern, Lehrern, der Gesellschaft, dem Leben in sich. Jeder wurde auf seine so eigene Art auf das Leben vorbereitet, von seinen Erfahrungen und seinem Gelernten konditioniert. Wieviel Falsches und Unsinniges dabei übernommen wurde, kann nicht bewusst werden, schließlich ist es doch erlebt, gelernt und gutgläubig übernommen worden. So hat jeder Mensch den Glauben an seine eigene Realität, seine eigene Wahrheit, seine eigenen Emotionen, seine eigenen Ängste. Um die innere psychische Ordnung wieder herzustellen, das Leben auch weiterhin zu garantieren, entsteht ein langsamer unbewusster Prozess der Veränderung. Ein andauerndes Bemühen das Räderwerk der Natur wieder in eine natürliche Bewegung zu bringen, was letztlich nicht mehr möglich ist. Es kommt zu Störungen des Ichs, des Urvertrauens, Gefühle werden unterdrückt, Konflikte verdrängt, unbewältigte Ängste engen die Handlungsfreiheit ein, Lebensbedürfnisse und Lebenswünsche können nicht mehr verwirklicht werden.

Wenn aber natürliches Leben nicht möglich ist, bleiben entsprechende Reaktionen nicht aus, psychische und psychosomatische Erkrankungen entstehen. Wenn z.B. bei Konflikten die Entscheidung zwischen Angriff oder Flucht ausbleibt, entsteht ein Dauerzustand vegetativer Erregung. Es ist keine innere Ruhe, Entspannung mehr möglich, Affekte entladen sich nicht, es bleibt krankmachende Dauerspannung im Körper zurück. Das Funktionsgleichgewicht ist gestört, psychovegetative Störungen entstehen mit folgenden Beschwerdebildern, die einzeln und vermehrt auftreten können:

Durchblutungsstörungen Kopf: Ohrensausen, Schwindelgefühle, Konzentrationsschwäche, Gedächtnislücken

Schlafstörungen, Atembeschwerden: Atemnot, Bronchial-, Lungenbeschwerden, Herzbeschwerden, Herzklopfen, Herzrhythmus- störungen, Schmerzen im Brustkorb

Verdauungsstörungen: Sodbrennen, Magendrücken, Durchfall, Verstopfung, Blähungen, spasmische Kolitis

Störungen im Genitalbereich: seelisch bedingte Impotenz, Libidoverlust, unregelmäßige schmerzhafte Regelblutung

Schmerzen an Sehnen, Muskeln und Gelenken, Durchblutungsstörungen der Gliedmaßen, Kribbeln, kalte Füße und Hände, Störungen des vegetativen Nervensystems

So ist jeder Mensch auch Schöpfer seiner Krankheiten, ein Resultat des Umgangs mit sich selbst. Ein Bewusstsein, eine Einsicht in den Zusammenhang zwischen persönlicher Probleme und Krankheitssymptome kann nur durch die Kenntnis zu sich selbst entstehen. Da ist normalerweise der Weg zum Arzt, zum Fachmann, der Pillen und Spritzen hat, die mich gesund machen, viel einfacher. Darüber hinaus gibt es ja auch noch die Spezialisten und Kliniken – das macht sicher. Bei psychosomatischen Erkrankungen ist es oft so, dass Betroffene vieles in Anspruch genommen haben, stundenlang über ihre Krankheit reden können, aber immer noch mit ihr leben. Sie haben sich mit ihr arrangiert, sie gehört zu ihnen. Selbst die Diagnose „unheilbar“ schreckt sie nicht, das ist – so glauben sie – ihr Schicksal.

Sie haben alles in Anspruch genommen, was ihnen empfohlen worden ist, sie haben alles in fremde Hände gelegt mit der Hoffnung auf Heilung. Man könnte auch sagen, sie haben sich selbst machtlos, unmündig gemacht, sich ins Passivsein zurückgezogen, bewegungslos und starr. Niemand muss mit seinen Krankheiten leben, solange er nicht alles ausgeschöpft hat.

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Auf den Spuren zum Selbst


Beobachten Sie auch manchmal ganz bewusst ihre Mitmenschen? Fragen Sie sich dann auch, welche Lebensgeschichten, welches Schicksal sich wohl hinter ihrem Gesichtsausdruck, hinter ihrer Haltung verbergen mögen?

Wenn ich durch die Stadt spaziere oder in einem Cafe sitze, sehe ich mir oft die Menschen, die an mir vorüberziehen, sehr genau an und versuche die Einzigartigkeit eines Jeden zu entdecken.

Ich sehe Körper, die in Bewegung sind und Gesichter, die geprägt sind durch ihre Vergangenheit.


 

Den Schritt nach vorne gehen, denn wenn du es nicht tust, wer dann?

Im Talmud heißt es: Wenn nicht ich für mich bin, wer ist dann für mich? Wenn ich nur für mich bin, was bin ich dann? Wenn nicht jetzt – wann sonst? Einen neuen Weg beschreiten bedeutet, von der Passivität in die Aktivität zu kommen. Sich bewegen – vor allem innerlich – zu lernen dem eigenen Reichtum des Urwissens, seiner inneren Intelligenz und seinen Instinkten neu zu begegnen, und die Lebenskräfte mobilisieren. Mehr über sich selbst, insbesondere aber über die Entstehung der eigenen Krankheit zu erfahren ist die Voraussetzung für den Umgang mit sich selbst. Sich selbst mehr in die Mitte des Lebens rücken, mit dem schönen Ziel, ohne nennenswerte Erkrankungen mit mehr Leichtigkeit, Freude und Zufriedenheit die Welt erleben zu wollen.

1. Anamnestische Erhebung, Aufzeichnung der persönlichen Daten der Krankheit und der lebensgeschichtlichen Ereignisse.

2. Diagnostische Erwägungen unter Berücksichtigung der ursächlichen Entstehungsgeschichte der Krankheit.

3. Formulierung der Ziele mit dem Therapieplan die Krankheit zu heilen und zugleich auf diesem Wege dauerhaft eine verbesserte Lebensqualität zu erreichen.